Toccaten
Max Reger / Charles-Marie Widor / Paul Hindemith / Wolfgang Fortner / Léon Boëllmann / Eugène Gigout / Joseph Haas / Walter Kraft

Toccaten

Rosalinde Haas

WER 60139-50 - 4010228613926

Information GreatBrittain Germany

Already in the Renaissance the toccata (from the Italian toccare – to touch) was understood to be a free-form virtuoso piece for keyboard instruments. Today, as for centuries, the toccata is for keyboard a favourite model for improvisation, and the organ toccatas on this recording radiate the spontaneous sheen of an unacademic musical joy.

This production received the quarterly German Record Critics' Award.

An der Klais-Orgel des Doms zu Limburg lässt Rosalinde Haas in ihrer mitreißenden Art Toccaten moderner französischer und deutscher Meister erklingen. Die CD beginnt mit Widors berühmtem Finalsatz seiner fünften Orgelsinfonie – bietet weiterhin Toccaten von Boëllmann, Gigout, Duruflé, Reger, Haas, Hindemith, Fortner und Kraft – und endet mit Henzes Klang-Clustern. 
Schon in der Renaissance versteht man unter der Toccata eine virtuose freie Spielform für Tasteninstrumente (italienisch: toccare = anschlagen). Heute wie vor Jahrhunderten gilt sie bei den Tastenmusikern als beliebtes Improvisationsmodell, und auch die Orgeltoccaten dieser Aufnahme strahlen den spontanen Glanz einer unakademischen Musizierfreude aus. G. Frescobaldi (1583-1643) liefert in seinen zahlreichen Toccaten die formalen Musterbeispiele: ausdrucksstarkes homophones Floskelspiel wechselt mit imitatorischen Teilen ab. J.S. Bach (1685-1750) setzt diese Linie in hochbarocker Vollendung fort und bereichert seine Orgeltoccaten um ausgedehnte Pedalsoli. Während in der Klassik die Bezeichnung Toccata in Vergessenheit gerät, besinnen sich im 19. Jahrhundert die Klavierkomponisten auf die alte Form, und um die jahrhundertwende gelangt sie als Orgelstück zur neuen Blüte.
Die Toccatenkompositionen aus Frankreich und Deutschland unterscheiden sich auffällig. Eine innere Verwandtschaft der französischen Werke erklärt sich nicht zuletzt aus der gemeinsamen Klangvorstellung, wie sie der Orgelbauer Cavaillé-Coll (1811-1899) eingeführt hat. Starke Zungenbesetzung, orchestrale Registerdisposition mit allseitiger Koppelmöglichkeit bis hin zum General-Tutti (Grand Chœur) und dickwandige Jalousie-Schweller lassen die dynamischen Extreme des großen Orchesters zu. Neben den virtuosen, zum französischen Impressionismus tendierenden Steigerungsformen mit Baß-Cantusfirmus stehen die eher rhapsodischen Kompositionen der Deutschen. Als unterteilte Formen sind sie mehr dem Frescobaldischen Konzept verpflichtet. Sie belegen aber auch die verschiedenen historischen Stilrichtungen in der deutschen Orgelkomposition des 20. Jahrhunderts. Im Gefolge der Nachromantiker Reger und Haas vertreten Hindemith und Fortner den Klassizismus der Orgelbewegung. Mit ihren neueren Werken beschreiten Kraft und Henze den Weg einer freien Tonalität bis zur Klangsinnlichkeit atonaler Spannungsdissonanzen (Henze).

Diese Einspielung wurde mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik - Vierteljahresliste" ausgezeichnet.

Tracklisting
  • 1
    Sinfonie für Orgel Nr. 5 F-Dur op. 42 Nr. 1 (Auszug)
    Toccata
  • 2
    Suite gothique op. 25 (für Orgel) (Auszug)
    Toccata c-Moll
  • 3
    Stücke für Orgel Nr. 1-10 (Dix pièces pour orgue) (Auszug)
    Toccata für Orgel h-moll
  • 4
    Sinfonie für Orgel Nr. 9 C-Dur (c-moll) op. 70 'Symphonie gothique' (Auszug)
    Allegro
  • 5
    Suite für Orgel op. 5 (Auszug)
    Nr. 3 Toccata
  • 6
    Stücke für Orgel op. 80 Nr. 1-12 (Auszug)
    Nr. 11 Toccata
  • 7
    Charakterstücke op. 15 Nr. 1-8 (Auszug)
    Nr. 8 Toccata
  • 8
    Sonate für Orgel Nr. 1 (Auszug)
    Fantasie (quasi Toccata)
  • 9
    Toccata und Fuge
  • 10
    Ite missa est (Toccata)
  • 11
    Toccata senza Fuga